Unter der Eisernen Kuppel in Israel

Die beiden loyal-Reporter André Uzulis (Text) und Stephan Pramme (Foto) wollten eigentlich eine ganz andere Geschichte in Israel recherchieren – den Alltag in der Armee des Landes, der Israel Defense Forces (IDF). Es sollte um die Ausbildung gehen, um das Verhältnis von Frauen und Männern, um Wehrpflichtige, um den ganz normalen Dienst und um das Essen in der Kantine. Doch als sie in Tel Aviv ankamen, heulten die Sirenen, die Menschen suchten Deckung in Schutzräumen und zwischen Häusern: Raketen aus dem Gaza-Streifen waren abgeschossen worden. Es gab drei Detonationen in der Luft, dann war der Luftalarm beendet. Das „Iron Dome“ (Eiserne Kuppel) genannte Raketenabwehrsystem der Israelis hatte die anfliegenden Geschosse zerstört, bevor sie Schaden anrichten konnten.

Weil in dieser Lage der Bedrohung die IDF keine Unterstützung bei der ursprünglich geplanten Recherche anbieten konnte, wählten Uzulis und Pramme kurzerhand ein anderes Thema, das auf der Hand lagt: „Israel unter Beschuss“. Fragestellung: Wie lebt es sich in einem Land, das seit vielen Jahren immer wieder mit der Gefahr terroristischer Raketenangriffe leben muss? Die beiden loyal-Reporter hatten die seltene Gelegenheit, mit dem Chef der Einheit zu sprechen, die die zehntausenden von Sirenen im Land betreibt. Sie sprachen mit Menschen in der besonders bedrohten Stadt Sderot nahe des Gaza-Streifens und mit Bewohnern eines Kibbuz nur 800 Meter von Gaza-Stadt entfernt. Und sie konnten an einer Patrouille der israelischen Armee entlang des abgeriegelten Landstrichs teilnehmen, hinter dem zwei Millionen Palästinenser leben. Kritiker sprechen vom größten Gefängnis der Welt. Die spannende Reportage aus einem Land unter Beschuss wurde in der Oktober-Ausgabe von loyal veröffentlicht.