Fazit auf Frontreportage

Für den Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e.V. erstellt Fazit das Magazin loyal, die größte Zeitschrift für Sicherheitspolitik im deutschen Sprachraum. Mit 125.000 Exemplaren erreicht loyal nicht nur jedes Mitglied des Reservistenverbands, sondern auch Entscheider im Bundestag, im Verteidigungsministerium, in der Bundeswehr, in der Industrie, in Verbänden und Medien. Neben fundierten Analysen zur deutschen Verteidigungspolitik und zur internationalen Politik hat sich loyal auch einen Namen durch Reportagen aus den Kriegs- und Konfliktgebieten der Welt gemacht.

Coronabedingt waren Reisen in diese Regionen längere Zeit nicht möglich. Doch jetzt konnte loyal wieder eine Reportage von einem Konfliktherd in Europa bringen, der in Deutschland aus dem Fokus der Öffentlichkeit geraten ist: die Front in der Ukraine zu den pro-russischen Separatistengebieten im Donbass. Unser Kollege André Uzulis ist promovierter Historiker, Buchautor und Chefredakteur von loyal. Gemeinsam mit Fotograf Stephan Pramme hatte er Gelegenheit, sich an dieser so genannten Kontaktlinie umzusehen. Dort wird nach wie vor täglich gekämpft. Jeden Monat sterben dort Soldaten. „Der vergessene Krieg“ hat Uzulis seine Reportage genannt, die in der Oktober-Ausgabe von loyal erschien.

Die Reise führte ihn und den Fotografen in die Geisterstadt Pisky, in deren Ruinen ein Bataillon der ukrainischen Armee stationiert ist. Gesprächspartner waren dort Soldaten, die über ihre Gefechtserfahrungen mit den pro-russischen Separatisten und über Drohnenangriffe der anderen Seite sprachen. In der Stellung Butowka, einem ehemaligen Kohlebergwerk, trafen die beiden Reporter unweit einer Landstraße, die von pro-russischen Scharfschützen kontrolliert wird, den Stabsunteroffizier Andrii, der dort schon 2014 eingesetzt war. Damals wurde er verwundet und kämpfte noch fünf Stunden mit Splittern im Körper weiter.

In einem zerstörten Gewerbegebiet der 2014 von Separatisten besetzten, dann von den Ukrainern zurückeroberten Stadt Awdijiwka kamen Uzulis und Pramme schließlich bis auf 70 Meter an die pro-russischen Stellungen heran. Dort berichten ukrainische Soldaten, wie sie acht Monate in Ruinen hausen müssen. Sie erzählen von ihren Sehnsüchten, ihren Freundinnen und Familien und ihrer Motivation, als Freiwillige in diesen Krieg für die Unabhängigkeit der Ukraine zu ziehen.